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28.07.2025

Projekt „Erinnerungs-D.i.N.G“ zu Gast im Geschichtsort Stadthaus und am denk.mal Hannoverscher Bahnhof

Viele Personen stehen in einem Ausstellungsraum und lesen Ausstellungstexte.
Teilnehmer*innen des Projekts „Erinnerungs-D.iN.G.“ lesen die Texte in der Dauerausstellung im Geschichtsort Stadthaus.

Am 3. und 4. Juli 2025 war das Projekt „Inklusive Erinnerung für eine starke Demokratie“ zu Gast im Geschichtsort Stadthaus und am denk.mal Hannoverscher Bahnhof. In dem Projekt erforschen junge Menschen mit und ohne Behinderung die nationalsozialistischen Verbrechen in Hamburg und arbeiten gemeinsam an einem Podcast.

Bisher gibt es über die Nationalsozialistischen Verbrechen nur wenige Informationen in verständlicher Sprache und viele Angebote sind nicht barrierefrei. Zudem sind Menschen mit Behinderung in der historisch-politischen Bildungsarbeit bisher viel zu wenig in aktiven Rollen präsent. Das möchte das Projekt „Inklusive Erinnerung für eine starke Demokratie“ ändern. Gemeinsam setzen sich das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk (IBB) Dortmund und der Verein IN-Gesellschaft e.V. aus Berlin für mehr Inklusion und eine barrierefreie Erinnerungskultur ein.

Im Rahmen des Projekts beschäftigen sich 15 junge Menschen mit und ohne Behinderung in mehreren Workshops mit den folgenden Fragen: Was genau ist in Hamburg während der Zeit des Nationalsozialismus passiert? Was wussten die Menschen damals über die Verbrechen? Wie wird heute an die Verbrechen erinnert? Und was hat das heute noch mit uns zu tun?

Als Ergebnis des Projekts erarbeiten die Jugendlichen einen Podcast in einfacher Sprache. Der Podcast soll „Erinnerungs-D.i.N.G.“ heißen. Das steht für: „Für Demokratie – inklusives Nachdenken über Geschichte“.

Von 30. Juni bis 4. Juli 2025 war die Gruppe für einen Workshop in Hoisdorf bei Hamburg zu Gast. Die ersten drei Tage wurde das redaktionelle Grundgerüst für den Podcast erarbeitet. Anschließend beschäftigten sich die Teilnehmer*innen in Hamburg an den historischen Orten mit den Inhalten.

Am Donnerstag lernten sie zunächst den Geschichtsort Stadthaus kennen. Das Stadthaus war im Nationalsozialismus eine Zentrale des Terrors. Dort befanden sich das Polizeipräsidium sowie die Leitstellen von Gestapo und Kriminalpolizei. Gemeinsam wurde die Ausstellung erkundet und überlegt, wie die schwierigen und langen Texte verständlicher geschrieben werden können. Zusammen mit den Mitarbeiterinnen des Geschichtsort Stadthaus und des Projekts denk.mal Hannoverscher Bahnhof wurde überlegt, welche Hilfsmittel eingesetzt werden können, um Ausstellungen für alle verständlicher zu machen.

Am Nachmittag besuchte die Gruppe das neue denk.mal Fruchtschuppen C, das an die Deportationen der Hamburger Sinti*ze und Rom*nja erinnert. Am nächsten Tag wurde sich am Gedenkort denk.mal Hannoverscher Bahnhof ausführlich mit der Verfolgung und den Deportationen der Jüdinnen und Juden und der Sinti*ze und Rom*nja beschäftigt. Dabei setzte sich die Gruppe hauptsächlich mit der Frage nach der Öffentlichkeit der NS-Verbrechen und der Sichtbarkeit der Deportationen in der Hamburger Stadtgesellschaft auseinander. Insbesondere biografische Zugänge berührten die Teilnehmer*innen sehr. Im gemeinsamen Austausch wurde überlegt, wie die Geschichten für alle verständlich vermittelt werden können.

Weitere Fotos und ein ausführlicher Projektbericht in einfacher Sprache findet sich auf der Webseite des IBB: Bericht 

Drei Personen stehen vor einer Ausstellung und sehen sich etwas auf zwei Bildschirmen an.
Teilnehmer*innen des Projekts „Erinnerungs-D.iN.G.“ erkunden die Dauerausstellung im Geschichtsort Stadthaus.