denk.mal

Hannoverscher Bahnhof

Gedenktafel am "denk.mal Hannoverscher Bahnhof"

Am Gedenkort „denk.mal Hannoverscher Bahnhof“

erinnern 20 Tafeln namentlich an mehr als 8000 Jüdinnen und Juden sowie Sintize und Sinti, die zwischen 1940 und 1945 aus Hamburg deportiert wurden. Am Lohseplatz befindet sich der „Info-Pavillon“ mit einer Ausstellung. Ab 2026 wird ein von der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte entwickeltes Dokumentationszentrum das Schicksal der Deportierten in die Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung einbetten.

Aktuelle Meldungen

Jahresbericht 2021

Neben Berichten aus den  verschiedenen Abteilungen der Stiftung enhält der Jahresbericht auch folgende thematische Artikel: Detlef Garbe: „Geschichte dingfest, fälschungssicher machen“ – 40…

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Was machen wir als Gedenkstätte angesichts der Kriegssituation in Europa?

Gedenkstätten, die an die NS-Verbrechen erinnern, haben sich in den letzten Jahrzehnten darum bemüht, Wissen über die Verfolgung und Ermordung zu vermitteln. Der Auftrag gilt auch der…

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Regeln für den Besuch der Gedenkstätten der Stiftung Hamburger Gedenkstätten

Liebe Besucher*innen, ab 1. Mai 2022 sind die bisher geltenden Corona-Beschränkungen aufgehoben. Wir bitten dennoch weiterhin um das Tragen von FFP2-Masken in Innenräumen und um das Abstandhalten zu…

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Hans Gaertner

Wir trauern um Dr. Hans Gaertner

Hans Gaertner wurde 1926 in Hamburg geboren. Auf der Flucht vor der nationalsozialistischen Verfolgung emigrierte die jüdisch-tschechoslowakische Familie in die Tschechoslowakei, die jedoch schon im…

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Zum Standort des Dokumentationszentrums denk.mal Hannoverscher Bahnhof

Das Dokumentationszentrum wird die Deportationen von über 8.000 Jüdinnen und Juden, Romnja und Roma sowie Sintize und Sinti in Ghettos und Vernichtungslager zwischen 1940 und 1945 thematisieren. Die…

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Termine

  • Mittwoch, 25. Mai 2022 18:00–20:00

Info-Pavillon denk.mal Hannoverscher Bahnhof, Lohseplatz 1, 20547 Hamburg

Erkundung eines historischen Ortes

Über 8.000 Jüdinnen und Juden, Sintize und Sinti sowie Romnja und Roma wurden zwischen 1940 und 1945 aus Hamburg und Norddeutschland in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager verschleppt. Auf dem Rundgang wird das Deportationsgeschehen erläutert und eingeordnet: Wie verlief der Prozess der Ausgrenzung und Entrechtung vor den Deportationen? Was wiederfuhr den Verschleppten danach? Wer war an den Verbrechen beteiligt, wer profitierte davon? Zudem wird der Umgang mit dem Ort nach 1945 diskutiert und über das künftige Dokumentationszentrum informiert, das 2026 in unmittelbarer Nachbarschaft eröffnen wird. Keine Anmeldung nötig.

  • Sonntag, 12. Juni 2022 16:00–18:00

Info-Pavillon denk.mal Hannoverscher Bahnhof, Lohseplatz 1, 20547 Hamburg

Nah dran?! Deportationen und Nachbarschaft

Über 8.000 Jüdinnen und Juden, Sintize und Sinti sowie Romnja und Roma wurden zwischen 1940 und 1945 aus Hamburg und Norddeutschland in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager verschleppt. Die Deportationen fanden nicht im Verborgenen statt. Sie waren öffentliche Ereignisse, zu denen sich die Hamburgerinnen und Hamburger auf unterschiedliche Weisen verhielten. Wie reagierten sie, wenn Nachbarinnen und Nachbarn verschleppt wurden? Wie erlebten die Betroffenen diese soziale Situation? Keine Anmeldung nötig.

  • Mittwoch, 22. Juni 2022 18:00–20:00

Info-Pavillon denk.mal Hannoverscher Bahnhof, Lohseplatz 1, 20547 Hamburg

Erkundung eines historischen Ortes

Über 8.000 Jüdinnen und Juden, Sintize und Sinti sowie Romnja und Roma wurden zwischen 1940 und 1945 aus Hamburg und Norddeutschland in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager verschleppt. Auf dem Rundgang wird das Deportationsgeschehen erläutert und eingeordnet: Wie verlief der Prozess der Ausgrenzung und Entrechtung vor den Deportationen? Was wiederfuhr den Verschleppten danach? Wer war an den Verbrechen beteiligt, wer profitierte davon? Zudem wird der Umgang mit dem Ort nach 1945 diskutiert und über das künftige Dokumentationszentrum informiert, das 2026 in unmittelbarer Nachbarschaft eröffnen wird. Keine Anmeldung nötig.

  • Mittwoch, 27. Juli 2022 18:00–20:00

Info-Pavillon denk.mal Hannoverscher Bahnhof, Lohseplatz 1, 20547 Hamburg

Erkundung eines historischen Ortes

Über 8.000 Jüdinnen und Juden, Sintize und Sinti sowie Romnja und Roma wurden zwischen 1940 und 1945 aus Hamburg und Norddeutschland in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager verschleppt. Auf dem Rundgang wird das Deportationsgeschehen erläutert und eingeordnet: Wie verlief der Prozess der Ausgrenzung und Entrechtung vor den Deportationen? Was wiederfuhr den Verschleppten danach? Wer war an den Verbrechen beteiligt, wer profitierte davon? Zudem wird der Umgang mit dem Ort nach 1945 diskutiert und über das künftige Dokumentationszentrum informiert, das 2026 in unmittelbarer Nachbarschaft eröffnen wird. Keine Anmeldung nötig. 

  • Sonntag, 14. August 2022 16:00–18:00

Info-Pavillon denk.mal Hannoverscher Bahnhof, Lohseplatz 1, 20547 Hamburg

Vergessen? Antifaschisten im „Bewährungsbataillon 999“

Männer, die wegen politischem Widerstand zu Haftstrafen verurteilt waren, galten als „wehrundwürdig“. Ab 1942 wurden sie dennoch eingezogen, oft in gefährliche Einsätze. Ihr Transport erfolgte über den Hannoverschen Bahnhof. Der Rundgang reflektiert Einzelschicksale und die fehlende öffentliche Erinnerung. Keine Anmeldung nötig. 

Fassade des ehemaligen Hannoverschen Bahnhofs in Hamburg

In der Zeit des Nationalsozialismus

erhielt der Hannoversche Bahnhof eine neue Bedeutung. Zwischen 1940 und 1945 wurden über 8.000 aus Hamburg und Norddeutschland stammende Jüdinnen und Juden, Sintize und Sinti, Romnja und Roma, von Hamburg aus, insbesondere über den ehemaligen Hannoverschen Bahnhof deportiert. Sie kamen in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager in die deutsch besetzten Gebiete nach Belzec, Litzmannstadt/Lodz, Minsk, Riga, Auschwitz und Theresienstadt. Nur sehr wenige überlebten. Lokale Behörden und Ämter in Hamburg sowie staatliche Organisationen auf Reichsebene trugen die Verantwortung für die Deportationen. Die Mehrheit der deutschen Gesellschaft sah den Verbrechen tatenlos zu oder unterstützte sie.

Nach 1945 geriet der im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte Hannoversche Bahnhof zunehmend in Vergessenheit; restliche Gebäudeteile wurden 1955 und 1981 abgerissen. Durch die Entwicklung der Hamburger HafenCity rückte der Ort seit Anfang der 2000 Jahre wieder stärker ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Insbesondere Verbände ehemals im Nationalsozialismus Verfolgter setzen sich bis heute für ein würdiges Gedenken an die Opfer am historischen Ort ein.

Namenstafeln am "denk.mal Hannoverscher Bahnhof"

Im Bereich

des ehemaligen Bahnsteigs 2 des Hannoverschen Bahnhofs wurde 2017 der Gedenkort „denk.mal Hannoverscher Bahnhof“ eingeweiht. Hier erinnern 20 Tafeln mit den Namen der Deportierten an die Opfer der Verbrechen. Ein gestalteter Einschnitt in den Park – die „Fuge“ – als symbolische Verlängerung der ehemaligen Gleise und der gestaltete Lohseplatz als ehemaliger Vorplatz des Bahnhofs ergänzen das Gedenkensemble.

Ab 2026 wird in unmittelbarer Nähe ein Dokumentationszentrum das Schicksal der Deportierten in die Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung einbetten. Ebenso wie die Wege der Verfolgten und die Zielorte der Deportationen werden Handlungsspielräume der Mehrheitsgesellschaft und das Handeln von Tatbeteiligten aufgezeigt. Zudem wird das Schicksal jener etwa 1000 meist politisch Verfolgten vorgestellt, die in das „Bewährungsbataillon 999“ der Wehrmacht gezwungen und vom Hannoverschen Bahnhof in den Kriegseinsatz transportiert wurden. Zudem sollen die Geschichte und Nachgeschichte der Verfolgung mit Gegenwartsperspektiven verknüpft werden. Seit November 2018 entwickelt ein sechsköpfiges Team unter der Leitung von Dr. Oliver von Wrochem in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme die Inhalte der geplanten Dauerausstellung.

Geführte Tour am "denk.mal Hannoverscher Bahnhof"

Der Gedenkort ist für Besucherinnen und Besucher frei zugänglich.

Öffnungszeiten des Info-Pavillons:

April – Oktober
Montag – Sonntag, 12.00–18.00 Uhr
Adresse: Nördlicher Lohsepark in der HafenCity

Der Eintritt ist frei.

Zwischen November und März ist der Besuch des Info-Pavillons nach vorheriger Anmeldung möglich unter der E-Mail-Adresse: amina.edzards@gedenkstaetten.hamburg.de (Telefon: 040-428 131 522).

Im Zeitraum von April bis Oktober finden am letzten Mittwoch eines jeden Monats um 18 Uhr öffentliche Führungen am Gedenkort im Lohsepark statt. Treffpunkt: Info-Pavillon denk.mal Hannoverscher Bahnhof, Lohseplatz, HafenCity, 20457 Hamburg. Schulklassen und andere Gruppen können einen Rundgang jederzeit kostenpflichtig online oder telefonisch buchen: Museumsdienst Hamburg, Telefon: 040 428 131 0. Die Führung wird auch in englischer Sprache und in deutscher Gebärdensprache angeboten.

Gedenkort und Info-Pavillon sind barrierefrei für Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer zugänglich.

Weitere Informationen finden Sie unter https://hannoverscher-bahnhof.hamburg.de/

Kontakt für weitergehende Fragen zum Gedenkort und zum geplanten Dokumentationszentrum: Dr. Oliver von Wrochem (Leiter KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte)