denk.mal

Hannoverscher Bahnhof

Gedenktafel am "denk.mal Hannoverscher Bahnhof"

Am Gedenkort „denk.mal Hannoverscher Bahnhof“

erinnern 20 Tafeln namentlich an mehr als 8000 Jüdinnen und Juden, Sintizze und Sinti sowie Romnja und Roma , die zwischen 1940 und 1945 aus Hamburg deportiert wurden. Am Lohseplatz befindet sich der „Info-Pavillon“ mit einer kleinen Ausstellung. Ab 2026 wird ein von der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte entwickeltes Dokumentationszentrum das Schicksal der Deportierten in die Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung einbetten.

Aktuelle Meldungen

Tag des offenen Denkmals in den Hamburger Gedenkstätten

Der Tag des offenen Denkmals wird von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bundesweit koordiniert. Er findet immer am zweiten Sonntag im September statt. Mehr als 7.500 Denkmale sind geöffnet…

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Sammelband „Deportationen dokumentieren und ausstellen“ erschienen

Was sind innovative Formen der Darstellung und Vermittlung, die die vielschichtigen erinnerungskulturellen Konzepte in den Ländern der Ausgangs- und Zielorte von Deportationen und…

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Deportiert ins Ungewisse: Fotoausstellung: Intervention in der "Fuge"

Leidensweg durch Ghettos und Lager Seit fünf Jahren besteht der Gedenkort "denk.mal Hannoverscher Bahnhof" in der HafenCity. Er erinnert an die über 8000 Jüdinnen und Juden, Sintize und Sinti…

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Dr. Oliver von Wrochem neuer Vorstand der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte

Oliver von Wrochem, geboren 1968, hat langjährige Erfahrung in universitärer und außeruniversitärer Forschungs- und Vermittlungsarbeit unter anderem an der Universität Hamburg, dem Hamburger Institut…

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(Letzte) Lebenszeichen

An einigen Zielorten nationalsozialistischer Deportationen aus Hamburg und Norddeutschland war es den Verschleppten erlaubt, Postkarten zu schreiben. Dies war die einzige Möglichkeit der…

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Termine

  • Mittwoch, 26. Oktober 2022 18:00–20:00

Info-Pavillon denk.mal Hannoverscher Bahnhof, Lohseplatz 1, 20547 Hamburg

denk.mal Hannoverscher Bahnhof: Erkundung eines historischen Ortes

Über 8.000 Jüdinnen und Juden, Sintize und Sinti sowie Romnja und Roma wurden zwischen 1940 und 1945 aus Hamburg und Norddeutschland in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager verschleppt. Auf dem Rundgang wird das Deportationsgeschehen erläutert und eingeordnet: Wie verlief der Prozess der Ausgrenzung und Entrechtung vor den Deportationen? Was wiederfuhr den Verschleppten danach? Wer war an den Verbrechen beteiligt, wer profitierte davon? Zudem wird der Umgang mit dem Ort nach 1945 diskutiert und über das künftige Dokumentationszentrum informiert, das 2026 in unmittelbarer Nachbarschaft eröffnen wird.

  • Donnerstag, 27. Oktober 2022 19:30–21:30

Ökumenisches Forum HafenCity, Shanghaiallee 12, 20547 Hamburg

Nachgeschichte(n) und Gegenwartsrelevanz der nationalsozialistischen Verbrechen

Die Geschichte der nationalsozialistischen Verbrechen war 1945 nicht vorbei. Dies soll auch in der künftigen Ausstellung im Dokumentationszentrum „denk.mal Hannoverscher Bahnhof“ zum Ausdruck kommen. Wie ging die Gesellschaft mit den Verantwortlichen und den Orten des Geschehens um? Welche Bedeutung haben Ausgrenzung und Verfolgung für Betroffene und ihre Nachkommen bis heute? Wie verhalten wir uns in der Gegenwart zu dieser Vergangenheit? Im Gespräch mit Thekla Keuck (Public History, Universität Bremen) erläutern Kurator*innen und Gestalter*innen, wie sie mit diesen Fragen umgehen und stellen ihre Ansätze zur Diskussion.

  • Montag, 31. Oktober 2022 16:00–18:00

Info-Pavillon denk.mal Hannoverscher Bahnhof, Lohseplatz 1, 20547 Hamburg

denk.mal Hannoverscher Bahnhof: Erkundung eines historischen Ortes

Über 8.000 Jüdinnen und Juden, Sintize und Sinti sowie Romnja und Roma wurden zwischen 1940 und 1945 aus Hamburg und Norddeutschland in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager verschleppt. Auf dem Rundgang wird das Deportationsgeschehen erläutert und eingeordnet: Wie verlief der Prozess der Ausgrenzung und Entrechtung vor den Deportationen? Was wiederfuhr den Verschleppten danach? Wer war an den Verbrechen beteiligt, wer profitierte davon? Zudem wird der Umgang mit dem Ort nach 1945 diskutiert und über das künftige Dokumentationszentrum informiert, das 2026 in unmittelbarer Nachbarschaft eröffnen wird.

Fassade des ehemaligen Hannoverschen Bahnhofs in Hamburg

In der Zeit des Nationalsozialismus

erhielt der Hannoversche Bahnhof eine neue Bedeutung. Zwischen 1940 und 1945 wurden über 8.000 aus Hamburg und Norddeutschland stammende Jüdinnen und Juden, Sintize und Sinti, Romnja und Roma, von Hamburg aus, insbesondere über den ehemaligen Hannoverschen Bahnhof deportiert. Sie kamen in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager in die deutsch besetzten Gebiete nach Belzec, Litzmannstadt/Lodz, Minsk, Riga, Auschwitz und Theresienstadt. Nur sehr wenige überlebten. Lokale Behörden und Ämter in Hamburg sowie staatliche Organisationen auf Reichsebene trugen die Verantwortung für die Deportationen. Die Mehrheit der deutschen Gesellschaft sah den Verbrechen tatenlos zu oder unterstützte sie.

Nach 1945 geriet der im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte Hannoversche Bahnhof zunehmend in Vergessenheit; restliche Gebäudeteile wurden 1955 und 1981 abgerissen. Durch die Entwicklung der Hamburger HafenCity rückte der Ort seit Anfang der 2000 Jahre wieder stärker ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Insbesondere Verbände ehemals im Nationalsozialismus Verfolgter setzen sich bis heute für ein würdiges Gedenken an die Opfer am historischen Ort ein.

Namenstafeln am "denk.mal Hannoverscher Bahnhof"

Im Bereich

des ehemaligen Bahnsteigs 2 des Hannoverschen Bahnhofs wurde 2017 der Gedenkort „denk.mal Hannoverscher Bahnhof“ eingeweiht. Hier erinnern 20 Tafeln mit den Namen der Deportierten an die Opfer der Verbrechen. Ein gestalteter Einschnitt in den Park – die „Fuge“ – als symbolische Verlängerung der ehemaligen Gleise und der gestaltete Lohseplatz als ehemaliger Vorplatz des Bahnhofs ergänzen das Gedenkensemble.

Ab 2026 wird in unmittelbarer Nähe ein Dokumentationszentrum das Schicksal der Deportierten in die Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung einbetten. Ebenso wie die Wege der Verfolgten und die Zielorte der Deportationen werden Handlungsspielräume der Mehrheitsgesellschaft und das Handeln von Tatbeteiligten aufgezeigt. Zudem wird das Schicksal jener etwa 1000 meist politisch Verfolgten vorgestellt, die in das „Bewährungsbataillon 999“ der Wehrmacht gezwungen und vom Hannoverschen Bahnhof in den Kriegseinsatz transportiert wurden. Zudem sollen die Geschichte und Nachgeschichte der Verfolgung mit Gegenwartsperspektiven verknüpft werden. Seit November 2018 entwickelt ein sechsköpfiges Team unter der Leitung von Dr. Oliver von Wrochem in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme die Inhalte der geplanten Dauerausstellung.

Geführte Tour am "denk.mal Hannoverscher Bahnhof"

Der Gedenkort ist für Besucherinnen und Besucher frei zugänglich.

Öffnungszeiten des Info-Pavillons:

April–Oktober, Montag–Sonntag, 12.00–18.00 Uhr
Adresse: Lohseplatz, nördlicher Lohsepark in der HafenCity, 20457 Hamburg

Zwischen November und März ist der Besuch des Info-Pavillons nach vorheriger Anmeldung möglich unter der E-Mail-Adresse: amina.edzards@gedenkstaetten.hamburg.de (Telefon: 040-428 131 522). Bitte beachen Sie: Der Infopavillon ist von Montag, den 19. September bis voraussichtlich Freitag, den 23. September 2022 wegen Umbaumaßnahmen geschlossen.

Der Eintritt ist frei.

Im Zeitraum von April bis Oktober finden am letzten Mittwoch eines jeden Monats um 18 Uhr öffentliche Führungen am Gedenkort im Lohsepark statt. Treffpunkt: Info-Pavillon denk.mal Hannoverscher Bahnhof, Lohseplatz, HafenCity, 20457 Hamburg. Schulklassen und andere Gruppen können einen Rundgang jederzeit kostenpflichtig online oder telefonisch buchen: Museumsdienst Hamburg, Telefon: 040 428 131 0. Die Führung wird auch in englischer Sprache und in deutscher Gebärdensprache angeboten.

Gedenkort und Info-Pavillon sind barrierefrei mit dem Rollstuhl zugänglich.

Kontakt für weitergehende Fragen zum Gedenkort und zum geplanten Dokumentationszentrum: Dr. Oliver von Wrochem (Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte)

(Letzte) Lebenszeichen

An einigen Zielorten von Deportationen war es Verfolgten erlaubt, Post zu schreiben und zu empfangen. Trotz strenger Vorgaben und Zensur ermöglichen uns diese Postkarten heute Einblicke in die Gefühlswelt der verschleppten Hamburgerinnen und Hamburger: ihre Hoffnungen, Ängste, Sorgen, Heimweh und Sehnsucht nach befreundeten und verwandten Menschen.

Im Staatsarchiv Hamburg befinden sich über 350 Postkarten aus verschiedenen Ghettos und KZs, die Hamburg erreichten. Einige davon konnten nicht mehr zugestellt werden. Oft, weil die adressierten Menschen schon selbst deportiert worden waren. Einige Karten wurden nie aus den Ghettos oder Konzentrationslagern abgeschickt und blieben in den dortigen Poststellen zurück. Darunter auch über 250 nach Hamburg adressierte Karten aus dem Ghetto Litzmannstadt. Diese befinden sich heute im Archiv im polnischen Łódź.